Digitale Bibliothek

Hier finden Sie alle digitalisierten Druckwerke.

1959-2018 in der Bibliothek verfügbar.

La Tribuna Illustrata war eine Zeitschrift mit Sitz in Rom, die erstmals 1890 als Beilage zur Tageszeitung „La Tribuna” erschien. Es war eine Großformatzeitschrift, die binnen kurzer Zeit zur ersten italienischen Illustrierten wurde. Mitte des letzten Jahrhunderts bekam sie die Konkurrenz der Zeitschrift „La Domenica del Corriere” zu spüren und wurde 1969 geschlossen. Die nachstehend aufgezählten Ausgaben enthalten Artikel, die sich auf unser Gebiet beziehen.

Verfügbarkeit

Eine der wichtigsten Aufgaben der Bibliotheken ist die Verbreitung von Wissen. Verdeutlicht wird diese Rolle auch durch die Digitalisierung von alten Dokumenten. Zwar fehlt es nicht an Digitalisierungsprojekten in Textformat, aber die Bibliotheken sehen die Erfüllung ihrer Aufgabe allgemein eher in der Umwandlung von Dokumenten in ein digitales Format. In diese Richtung geht auch die italienische Landesbibliothek Claudia Augusta.

Die Digitalisierung alter Bücher ist für Bibliotheken in zweierlei Hinsicht interessant: erstens wegen der Zugriffsmöglichkeiten und zweitens wegen der Erhaltung. Der Zugriff zum digitalem Format ermöglicht eine früher undenkbar große Materialverfügbarkeit. Alte Texte werden somit aus ihrer geografischen Isolation herausgeholt und in der digitalen Bibliothek, die überall und für alle Benutzer zugänglich ist, online zur Verfügung gestellt. Das eigentliche Dokument wird rein wissenschaftlichen Studienzwecken und einer beschränkten Anzahl von Einsichtnahmen vorbehalten. Ansonsten wird es unter den bestmöglichen Licht-, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen aufbewahrt.

Was soll digitalisiert werden? Diese Frage ist ausschließlich mit Bezug auf die jeweilige Bibliotheksorganisation zu beantworten. Die italienische Landesbibliothek Claudia Augusta hat beschlossen, eine digitalisierte Sektion über lokale Erinnerungsliteratur zu schaffen, die sich mit Dokumenten befasst, welche auf territoriale Gegebenheiten Bezug nehmen. Angesichts des Auftrags, den unsere Bibliothek zu erfüllen hat, wurden vorrangig besonders beschädigte oder kürzlich restaurierte Werke mit lokalem Bezug digitalisiert, um den Zustand des Papiers und der Einbände durch wiederholte Einsichtnahmen nicht zu gefährden. Das Hauptziel dieses Projektes liegt nicht nur darin, die ältesten oder interessantesten Werke aus der Vergessenheit hervorzuholen, sondern auch der Öffentlichkeit einen sehr wertvollen bibliografischen Bestand zur Verfügung zu stellen und diesen gleichzeitig für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Die nun in digitalem Format verfügbaren Dokumente sind wertvolle Drucke, die auf dem Antiquariatsmarkt schwer aufzutreiben sind. Alle wurden in Nordostitalien zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert veröffentlicht und befassen sich mit geschichtlichen, religiösen, archäologischen und wissenschaftlichen Aspekten der Region Tirol und der angrenzenden Gebiete. Der reiche Bücherbestand unserer Bibliothek ist Gegenstand von Diplomarbeiten und Dissertationen und bietet eine unverzichtbare Quelle für die Erforschung der lokalen Geschichte Südtirols, des Trentino und generell des historischen Tirols.

Die alten und neuen Dokumente, über welche die italienische Landesbibliothek Claudia Augusta verfügt, werden durch das Digitalisierungsprojekt zu virtuellen Objekten, die sowohl als Informationsquelle als auch als Konsumprodukt eine neue kommunikative Bedeutung haben eine geniale Verbindung zwischen Technologie und Geschichte darstellen.

L’Illustrazione Italiana

L’Illustrazione Italiana – eine Wochenzeitschrift, die zu Beginn „Nuova Illustrazione Universale” hieß – wurde in Mailand im Jahr 1873 auf Initiative des Verlegers Emilio Treves gegründet und erfreute sich aufgrund der hohen Qualität der Artikel (u.a. von Pirandello, Carducci und Verga) und Illustrationen, die häufig von erstklassigen Künstlern wie Achille Beltrami und Luigi Bompard stammten, besonders in mittel- bis hochbürgerlichen Kreisen einer guten Verbreitung. Bereits in der ersten Nachkriegszeit begannen die Schwierigkeiten, die 1962 zur Schließung der Zeitschrift führten.

Il Trentino

Die Tageszeitung Il Trentino – die keine Verbindung zur derzeitigen gleichnamigen Zeitschrift hat – war eine politische Zeitung, die im Jahr 1868 gegründet und 1877 geschlossen wurde und mehrmals Periodizität, Format und Verleger wechselte. Vom Jahr 1872-1877 war sie das Presseorgan der Associazione nazionale liberale trentina (Nationale liberale Vereinigung des Trentino).

Für beide Zeitschriften finden Sie im Folgenden eine kurze Liste von Ausgaben mit Artikeln, die unser Gebiet betreffen.

La Domenica del Corriere war eine Wochenzeitschrift, die in Mailand im Jahr 1899 gegründet und im Jahr 1989 geschlossen wurde.

Zu Beginn erschien sie als illustrierte Beilage des "Corriere della Sera", die kostenlos verteilt wurde oder allein zum Preis von 10 Centesimi erworben werden konnte. Sie war als "Zeitschrift der Italiener" mit überwiegendem Nachrichtenteil konzipiert worden. Eines der Merkmale dieser Zeitschrift war das Großformat, das viel Platz für Fotos und Illustrationen bot und einer der Gründe für den Erfolg dieses Magazins war. Zu den herausragenden Illustratoren dieser Zeitschrift zählten u.a. Achille Beltrami und Walter Molino. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren war die "Domenica del Corriere" Italiens meistverkaufte Zeitschrift mit einer Auflage von 600.000 Exemplaren. Die nachstehende Liste bezieht sich auf einige Ausgaben, die Artikel über unser Gebiet enthalten:

Die Zeitschrift Archivio per l’Alto Adige wurde von Ettore Tolomei im Jahre 1906 gegründet (bis zum Jahre 1919 war der Titel Archivio di Studi per l'Alto Adige con Ampezzo e Livinallongo). Unter den ersten Mitarbeitern waren wichtige Persönlichkeiten wie Pasquale Villari, Carlo Battisti, Graziadio Isaia Ascoli und Angelo De Gubernatis. Die Zeitschrift erscheint immer noch, heute unter dem Titel Archivio di Studi per l'Alto Adige. Rivista di Studi Alpini, und wird vom Istituto di Studi per l’Alto Adige in Florenz herausgegeben.

Mit seiner Zeitschrift wollte Tolomei die “Italianität” der Region (auch vom italienischsprachigen aber kulturell tirolerisch geprägten Trentino) belegen und dadurch beweisen, dass die Grenze am Brenner liegen müsse. Die Veröffentlichung, die der Region den Namen des napoleonischen Departments gab, zu dem Bozen Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte, wurde sofort beschlagnahmt und verursachte gewaltige Auseinandersetzungen. Die Zeitschrift hat, vermutlich mehr als alle Anderen, zur Entwicklung der wissenschaftlichen und politischen Debatte über die Südtirol-Frage im 20. Jahrhundert beigetragen und dokumentiert die gegenwärtige Situation des Alpenraumes und ihrer Wechselwirkungen mit der lokalen Wirklichkeit.

Die Ausgaben von 1906 bis 1919 wurden digitalisiert.

Die erste Nummer der Zeitschrift Voce del Sella. Settimanale per le valli delle Dolomiti wurde am 23. Februar 1923 herausgegeben.

Die Zeitschrift wurde in Trient von der Druckerei Scotoni e Vitti gedruckt. In der Zeitschrift fanden vor allem die Lokalnachrichten der Südtiroler Täler, aber auch Nachrichten aus dem Trentino und aus der Umgebung von Belluno platz. Schon von Anfang an hatte diese Zeitschrift ein bestimmtes Kennzeichen: es war die Unterstützung der faschistischen Partei und der faschistischen Regierung.

Die letzte Nummer wurde am 21. April 1927 herausgegeben.

Es war nicht ein Zufall, dass am selben Tag zum ersten Mal die Zeitung La Provincia di Bolzano herausgegeben wurde. Man hält die Zeitschrift Voce del Sella. Settimanale per le valli delle Dolomiti für den Vorfahren der neuen Zeitung.

Die Atesia Augusta wurde ursprünglich von der Ente cooperativo provinciale della stampa fascista und später vom Ente atesino pubblicazioni periodiche veröffentlicht. Die Zeitschrift erschien anfangs monatlich und dann bimestral.

Das Erscheinen dieser Zeitschrift fällt zusammen mit einem der intensivsten und kritischsten geschichtlichen Momente auf internationaler Ebene (Patto d’Acciaio Roma – Berlino, Italien tritt in den Krieg ein), aber auch mit schwerwiegenden Veränderungen auf lokaler Ebene (Optionen 1939 und Gründung des Alpenvorlands ).

Die publizistische Tätigkeit der Zeitschrift, wenn auch nur von kurzer Dauer, erfuhr Veränderungen in der Direktion, in der graphischen Gestaltung und in der Art der Information – ein Zeichen der Komplexität dieser Zeit.

Von 1939 bis Ende 1940, unter der Direktion von Mastromattei, spielt die Zeitschrift eine außerordentliche Rolle politischer Art und richtet ihr Interesse zunehmend auf wichtige Persönlichkeiten international, unter besonderer Aufmerksamkeit der Ereignisse in Europa.

Ab Januar 1941, unter der Direktion von Antonio Baldini Rualis, sind weitere Veränderungen zu spüren: der ursprüngliche Einband wird wieder verwendet, das Interesse auf die lokalen Ereignisse wird hervorgehoben, und die Zeitschrift wird statt monatlich wieder alle 2 Monate veröffentlicht.

Die zweiwöchentlich erschienene Zeitschrift "Il piccolo posto" wurde in Meran vom Umberto Murè am 20.März 1922 gegründet und von der Meraner Druckerei Laurin gedruckt.
Im Februar 1923 traten an die Stelle Mures zwei Vertreter des lokalen Faschismus, Luigi Barbesino und Emilio Desio. In den darauf folgenden Jahren wurde Il piccol oposto von den Druckereien Atesina, Temi, Monauni gedruckt.

In der Zeitschrift fanden nicht nur Lokalnachrichten, insbesondere die politische Berichterstattung, sondern auch parteiinterne Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Fraktionen der faschistischen Partei platz.

Gelegentlich wurden Artikel auch in deutscher Sprache veröffentlicht.
Die letzte Nummer der Zeitschrift erschien am 10. November 1926.

 

Die erste Südtiroler italienischsprachige Zeitung erschien am 22. April 1927.

In kurzer Zeit wurde sie das bedeutendste Informationsmittel mit einer täglichen Auflage von 3000 Kopien.

Die Zeitung wurde vom Journalisten Gianni Faustini als „ offizielles Organ des lokalen Faschismus“ bezeichnet.

Im Sitz in Bozen, Gilmstrasse Nr. 15 wechselten sich vom 1927 bis 1943 mehrere Direktoren ab, die die politische Weisung befolgen mußten, die Italianität zu verbreiten, worunter die Berichterstattung litt.

Die letzte Nummer erscheint im September 1943.

Siehe GIANNI FAUSTINI, La stampa italiana in Alto Adige, Centro di Cultura dell’Alto Adige, 1978